Samsung hat mit One UI 9.0 eine grundlegende Änderung am Sicherheitssystem vorgenommen. Wer jetzt in der Beta nach dem Sperrmodus-Button im Power-Menü sucht, wird nicht fündig: Der Button ist weg. Was zunächst wie ein Rückschritt aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Weiterentwicklung. Der Sicherheitsmodus aktiviert sich jetzt einfach von selbst, sobald du das Power-Menü öffnest.
Aufgefallen ist die Änderung erstmals Nutzern der Beta 2-Version von One UI 9.0 auf dem Galaxy S26 Ultra. Betroffen sind in Zukunft letztendlich alle Galaxy-Geräte, die das Update erhalten.
Was sich mit One UI 9 im Power-Menü ändert
Dass der Sperrmodus entfernt wird, gehört zu einem erweiterten Diebstahlschutz in One UI 9. Du öffnest das Power-Menü und dein Gerät sperrt sich sofort. Fingerabdruck und Gesichtserkennung werden deaktiviert. Ab diesem Moment akzeptiert das Gerät nur noch PIN oder Passwort. Egal, ob es vorher entsperrt war oder du gerade mitten in einer App warst.
Der springende Punkt: Mobile Daten und WLAN lassen sich dann nicht mehr ohne Entsperrung abschalten. Für Diebe bedeutet das, dass sie Dein Gerät nicht einfach vom Netz nehmen können. Die Ortung bleibt aktiv, SmartThings Find funktioniert uneingeschränkt weiter.
Warum Samsung die Sicherheit erhöht
Eigentlich ist klar, warum Samsung hier nachschärft: 2022 wurden weltweit 45 Millionen Smartphones gestohlen, 15% mehr als im Vorjahr. (Sorry, aktuellere Statistiken konnte ich leider nicht finden.)
Besonders problematisch ist dabei, dass viele dieser Diebstähle nach dem gleichen Muster ablaufen. „Snatching and Grabbing“ nennt sich das. Jemand reißt dir das Smartphone aus der Hand, während du es benutzt. In genau diesem Moment ist es entsperrt. Der Dieb hat also sofort vollen Zugriff, kann Ortungsdienste deaktivieren und das Gerät ausschalten.
Der alte manuelle Sperrmodus hingegen wurde kaum benutzt. Viele wussten gar nicht, dass es ihn gibt. Und selbst wer Bescheid wusste, hat im Moment des Diebstahls andere Sorgen als daran zu denken, schnell noch einen Button zu drücken. Samsung behandelt das Feature in One UI 9 daher anders: Wenn Nutzer die Funktion nicht manuell aktivieren, muss sie sich eben selbst aktivieren.


Die Tracking-Lücke wird geschlossen
Bisher hatten Diebe ein leichtes Spiel, wenn sie an ein entsperrtes Gerät kommen. Sobald sie das Gerät ausschalten konnten, war es für Tracking-Dienste wie Samsung’s SmartThings Find oder „Mein Smartphone finden“ von Google nicht mehr auffindbar. Mit One UI 9.0 ist damit Schluss: Ausschalten oder Neustarten geht nur noch mit PIN oder Passwort.
Nebenbei schließt Samsung hier auch eine biometrische Schwachstelle. Malware-Familien wie Chameleon haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sich Fingerabdruck-Sperren unter bestimmten Bedingungen aushebeln lassen. Der automatische Sperre nach dem öffnen das Poer-Menüs zwingt das Gerät zurück zur PIN, was nach wie vor die zuverlässigste Authentifizierungsmethode ist.
One UI 9: Sicherheit wird automatisiert
Was Samsung hier in One UI einbaut, macht durchaus Sinn. Sicherheitsfunktionen dürfen nicht vom Zufall oder der Geistesgegenwart in Stresssituationen abhängen. Die Entfernung des manuellen Buttons ist also keine Reduktion von Funktionen, sondern eine Erhöhung der Effektivität durch Automatisierung, die im richtigen Moment greift.
One UI 9.0 läuft momentan auf der Galaxy S26-Serie an. Die restlichen Geräte bekommen das Update in den nächsten Monaten.











