Samsung arbeitet an einem aufrollbaren Smartphone. Das berichtet zumindest Money Today und beruft sich dabei auf Verhandlungen zwischen Samsung Display und Samsung MX über die Bereitstellung entsprechender OLED-Bildschirme. Die Markteinführung soll wohl 2028 erfolgen, genau zehn Jahre nachdem Samsung mit der Galaxy Z-Serie die faltbaren Smartphones etabliert hat.
Die Analysten von Omdia rechnen mit einem 10-Zoll-OLED-Panel im 16:9-Format bei 440ppi (via SamMobile). Man könnte sich das dann in etwa so vorstellen: Du hast ein Smartphone-Format für die Hosentasche, kannst den Bildschirm aber auf Tablet-Größe ausfahren.
Warum rollbar statt faltbar?
Der große Unterschied zu faltbaren Displays ist, dass die Knickfalte vollständig verschwindet. Faltbare Bildschirme müssen sich in der Mitte biegen lassen. Bei aufrollbaren Panels gleitet das Display dagegen aus dem Gehäuse heraus oder hinein. Ein eigener Motor oder Schiebemechanismus machen das möglich. Das Ergebnis ist eine durchgehend glatte Oberfläche.
Samsung Display produziert seit April 2025 bereits aufrollbare OLED-Bildschirme in Serie und zwar für das Lenovo ThinkBook Plus G6 Rollable. Das Laptop-Display wächst von 14 auf 16,7 Zoll. Die Technologie funktioniert also bereits in kommerziellen Produkten. Vom Prototyp zur Massenproduktion hat Samsung diesen Schritt schon hinter sich.

Der Markt wächst explosiv
Die Marktprognosen sind beeindruckend: Von 5,1 Milliarden USD in 2024 soll der Markt für faltbare und rollbare Displays auf 59,9 Milliarden USD bis 2035 wachsen. Das sind 24,9 Prozent jährliches Wachstum. Wer da nicht mithält, ist raus. Natürlich sind die Foldables hier der absolute Spitzenreiter… aber Märkte verändern sich und Rollables dürften am Ende dazu zählen.
Aktuell führt Samsung Display bei faltbaren OLED-Panels. Aber: BOE, TCL CSOT und Visionox aus China bauen ihre Produktionskapazitäten massiv aus. Samsung braucht also einen Vorsprung bei der nächsten Generation, den aufrollbaren Displays.
Samsung als Pionier bei den Rollables
Bisher gibt es kein kommerziell verfügbares Smartphone mit aufrollbarem Display. LG hatte 2021 das „Rollable“ angekündigt, ein Gerät mit ausfahrbarem Bildschirm. Dann kam das Ende der Smartphone-Sparte bei LG. Das Rollable blieb ein Konzept.
Samsung könnte also mal wieder Pionier sein. Aber die technischen Herausforderungen sind nicht zu vernachlässigen: Das flexible Display muss tausende Rollvorgänge überstehen. Die Kontruktion darf das Gerät nicht zu dick machen. Der Motor, wenn denn einer verbaut ist, braucht Strom, ohne die Akkulaufzeit zu sehr zu belasten. Und die Software muss mit dynamischen Bildschirmgrößen klarkommen.
Display-Innovation hat bei Samsung Tradition: Gebogene Bildschirme, die Edge-Displays, schließlich die Galaxy Z-Serie. Aufrollbare Smartphones wären die nächste Stufe. Und sie würden Samsung wieder als Pionier positionieren, sofern die Umsetzung gelingt.
2028 ist noch eine Weile hin. Aber wenn die Berichte stimmen, steht die nächste Display-Revolution schon in den Startlöchern. Ob Samsung liefert werden wir sehen. Die Voraussetzungen sind jedenfalls da.











