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Das Galaxy S27 bekommt wohl doch kein BOE OLED-Display

Samsung hat wohl die Pläne verworfen, OLED-Panels des chinesischen Herstellers BOE für das Basis Galaxy S27 zu verwenden. Wochenlang kursierten Spekulationen, Samsung könnte seine Lieferkette diversifizieren und sich von der alleinigen Abhängigkeit von Samsung Display lösen.

Daraus wird anscheinend nichts, was viele Fans der S-Serie aufatmen lassen dürfte. Nach dem jüngsten China-Besuch von President TM Roh fiel die Entscheidung: Samsung Display bleibt alleiniger Panel-Lieferant, das berichtet zumindest die südkoreanische Publikation ETNews.

Als Grund wird massiver interner Widerstand, sowohl bei Samsung Electronics als auch bei der Display-Sparte selbst genannt.

Für BOE ist das ein herber Rückschlag. Das Unternehmen hatte nach einer unverbindlichen Anfrage von Samsung ein eigenes Entwicklungsprojekt aufgesetzt, investiert und gehofft, endlich den Durchbruch zu schaffen: Der Einstieg in die Lieferkette der Galaxy-S-Serie, die jährlich etwa 30 Millionen Einheiten absetzt. Doch ohne Liefervertrag wurde das Projekt nun eingestampft.

Große Einsparung möglich, trotzdem abgelehnt

Dabei ging es um viel Geld. Samsungs Geschäftseinheit MX wollte durch BOE-Displays rund 5 US-Dollar pro Panel beim Basismodell Galaxy S27 sparen. Klingt erstmal wenig, summiert sich aber gewaltig: Bei (konservativ geschätzten) 10 Millionen verkauften Geräten wären das 50 Millionen Dollar Ersparnis pro Jahr gewesen.

Samsung Display will die Galaxy S-Serie zum Glück nicht loslassen. Das Unternehmen ist seit Jahren alleiniger OLED-Lieferant für die Flaggschiff-Reihe und beliefert parallel auch Apple mit Premium-Displays.

Samsung Display liefert jährlich 120 bis 125 Millionen Smartphone-OLED-Panels an Apple (Stand: 2026). BOE hingegen darf gerade mal 1,3 Millionen Displays für die iPhone 17-Serie liefern. Das sind 1,4 Prozent der gesamten Apple-Bestellungen.

Bild: Samsung

BOE scheitert im Premium-Segment

BOE steckt in einer Zwickmühle. Das Unternehmen liefert zwar Panels für Budget- und Mittelklasse-Modelle von Samsung, kommt aber immer (wieder) nicht ins Flaggschiff-Segment. Schon 2021 gab es einen Versuch für das Galaxy S21. Auch der scheiterte wegen Qualitäts- und Kostenbedenken.

BOE wächst zwar schnell – im ersten Quartal 2026 erreichte das Unternehmen einen Marktanteil von 20,1 Prozent bei OLED-Smartphone-Panels. Doch im Premium-Segment kommt das Unternehmen nicht weiter.

Die Hürden für den Einstieg in Samsung’s Premium-Klasse sind anscheinend höher, als es technologische Fortschritte und gute Preise allein kompensieren könnten.

Samsung Display bleibt stark

Samsung Display hat einen entscheidenden Vorteil: Die Integration innerhalb des Samsung-Konzerns. Das erlaubt dementsprechend optimierte Produktionsprozesse, niedrigere Kosten bei gleichzeitig höheren Qualitätsstandards.

Gleichzeitig agiert Samsung Display als Zulieferer für Konkurrenten wie Apple und hat dadurch eine Position, die den Einfluss in der gesamten Tech-Lieferkette verstärkt.

Ob BOE später bei Modellen wie dem Galaxy S27 FE eine Chance bekommt, ist noch nicht klar. Was diese Entscheidung aber zeigt: Bei Samsung zählt nicht nur der Preis. Und das ist gut so. Zumindest sendet diese Entscheidung das richtige Zeichen an die treue Nutzerschaft der Galaxy S-Serie.

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