Samsung und Amazon haben es nun offiziell gemacht: Prime Video wird als erste Streaming-Plattform den neuen HDR10+ ADVANCED-Standard unterstützen. Los geht es im August 2026, zunächst auf den Samsung-TV-Modellen des aktuellen Jahrgangs 2026, wie Samsung auf der eigenen Website berichtet.
Damit geht eine Zusammenarbeit in die nächste Runde, die bereits im Dezember 2017 startete. Prime Video war damals der erste Streaming-Dienst, der HDR10+ überhaupt in ein Wohnzimmer brachte.
Was HDR10+ ADVANCED technisch anders macht
Bisherige Standards haben das Bild szenenweise angepasst. HDR10+ ADVANCED geht einen Schritt weiter und arbeitet auf Einzelbild-Ebene, also Frame für Frame. Helligkeit und Kontrast lassen sich so deutlich präziser steuern als bisher.Dahinter stecken drei neue Funktionen, die das Bild erheblich verbessern:
KI-gestützte Tonwert-Zuordnung sorgt dafür, dass helle Bereiche knallen, ohne dass dunkle Details absaufen. Lokales Tone Mapping behandelt jetzt bis zu drei Bildbereiche innerhalb eines einzigen Frames unabhängig voneinander. Und die intelligente Bewegungsglättung bringt Sport mit schnellen Bewegungen scharf rüber, ohne dabei den Look eines Spielfilms negativ zu beeinflussen.
Einen Haken gibt es: Wer den Filmmaker Mode aktiv hat, kann HDR10+ ADVANCED laut Samsung nicht nutzen. Die beiden Modi schließen sich gegenseitig aus.
HDR10+ ADVANCED: Offener Standard gegen Dolby Vision 2
HDR10+ ADVANCED greift Dolby Vision 2 direkt an und zwar mit einem entscheidenden Argument: Keine Lizenzgebühren. Das Ökosystem dahinter ist inzwischen beachtlich gewachsen: 183 Unternehmen und mehr als 22.000 zertifizierte Produkte nutzen den HDR10+-Standard bereits.
Wer ein älteres Gerät hat, muss sich keine Sorgen machen. HDR10, HDR10+ und HDR10+ ADVANCED bauen aufeinander auf und stammen aus derselben offenen Standardfamilie. Ältere Geräte lesen einfach nur die Metadaten aus und spielen den Stream dann mit dem höchstmöglichen Standard (bspw. HDR 10+ in einem 2025er-Modell) aus.

Welche Samsung TVs unterstützen HRD10+ ADVANCED?
Grundsätzlich wird der neue Standard ausschließlich von aktuellen Samsung Smart TVs mit Baujahr ab 2026 unterstützt. Dazu zählen aktuell:
- Neo QLED TVs: QN990H, QN80H
- OLED TVs: S85H, S90H, S95H
- The Frame TVs: LS03H, LS03HW
- Micro RGB TVs: R90H, R95H
Wer sich über die neuen TVs etwas einlesen möchte, kann das ebenfalls bei uns tun. Wir haben gesonderte Artikel zu den neuen Neo QLED TVs und den OLED TVs von 2026 geschrieben:
- Samsung QN990H 8K Neo QLED TV: Alles, was du wissen musst
- Samsung OLED TV-Lineup 2026 mit S99H, S95H, S90H, S85H vorgestellt
Für TV-Geräte aus 2025, 2024 und älter gibt es den neuen Standard aktuell leider nicht. Wer in den Genuss von HDR10+ ADVANCED kommen möchte, muss sich zum jetzigen Zeitpunkt oder übel einen neuen Fernseher aus dem 2026er-Lineup (siehe etwas weiter oben) zulegen.
Zum Thema der Kompatibilität HDR10+ ADVANCED auf älteren Smart-TVs hat sich Samsung bisher noch nicht geäußert. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass Geräte aus 2025 und 2024 Zugang zu dem neuen Standard erhalten werden.
Unsere Einschätzung dazu: Frame-genaue Bild-Verarbeitung zieht mehr Rechenleistung aus dem Bildprozessor als klassisches Tone Mapping. Dass ein reines Software-Update auf älterer Hardware dieselben Ergebnisse liefert wie auf der 2026er-Generation, ist deshalb unwahrscheinlich.
Software wird zum Verkaufsargument
Diese Ankündigung fügt sich in ein größeres Bild ein, das wir bei Samsung seit einigen Jahren beobachten. Rohe Hardware-Performance allein verkauft sich schlechter als noch vor fünf Jahren. Was zählt, ist die Frage, welche Plattformen und Dienste auf einem Gerät laufen und wie tief sie integriert sind.
Für Amazon ist die Exklusivität ein zeitlich begrenzter Vorteil gegenüber Apple TV+ und Disney+, die beide weiter auf Dolby Vision setzen. Samsung wiederum bekommt ein weiteres Argument für seine TV-Linie.
Sobald Samsung sich zur Update-Frage für ältere Geräte äußert, erfährst du es hier bei uns.





