284 Millionen Smartphones wurden im ersten Quartal 2026 weltweit produziert. Das sind 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Trotzdem gibt es einen klaren Gewinner: Samsung hat nicht nur seine Führungsposition gehalten, sondern sie sogar ausgebaut.
Die Südkoreaner produzierten in 2026 laut Trendforce bisher 62,6 Millionen Geräte, das ist ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber dem vierten Quartal 2025 sind das sogar 7,6 Prozent mehr.
Wie macht Samsung das, während andere Hersteller mit steigenden Kosten kämpfen und weniger produzieren? Premium-Modelle wie die Galaxy S-Serie und die Foldables bringen hohe Margen, während die Galaxy A-Serie hinsichtlich der verkauften Mengen punkten kann. Das sorgt stets für eine gewissen Ausgleich.
Apple will mehr Marktanteile – Koste es, was es wolle
Apple liegt bei 60,2 Millionen Einheiten. Im Vergleich zum letzten Jahr bedeutet das ein Wachstum von 19,7 Prozent, beachtlich.
Während Samsung seine Margen verteidigt, geht Apple einen anderen Weg: Der Konzern nimmt bewusst höhere Speicherkosten in Kauf. Warum? Weil Marktanteile jetzt wichtiger sind als kurzfristige Profitabilität. Das eigentliche Geschäft macht Apple später, vor allem mit dem Ökosystem und der damit einhergehenden starken Kundenbindung.
Das iPhone 17e hat im ersten Quartal geholfen, die Produktion hochzufahren. Andere aktuelle Modelle zogen ebenfalls an.
Chinesische Hersteller unter Druck
Samsung und Apple bauen ihre Positionen aus. Die chinesischen Hersteller ziehen sich zurück. Xiaomi, Oppo und Vivo drosselten ihre Produktionszahlen im ersten Quartal 2026 erheblich ein.
Xiaomi trifft es besonders hart: Nur 26 Millionen Smartphones im ersten Quartal. Das ist ein Rückgang von 38 Prozent und somit der stärkste Einbruch unter den Top 6.
Das Problem sind die Margen. Im Mittel- und Budgetsegment, wo Xiaomi stark ist, fressen die gestiegenen Komponentenpreise jeden Gewinn auf. Bei günstigen Smartphones machen Speicherkomponenten mittlerweile 43 Prozent der Gesamtkosten aus. Da bleibt wenig übrig.

Die Speicherpreis-Krise verschärft sich
Im ersten Quartal konnten sich viele Hersteller noch mit alten Lagerbeständen über Wasser halten. Dabei geht es um Speicher, der noch zu günstigen Preisen eingekauft wurde. Doch die Vorräte gehen jetzt zur Neige.
Gartner erwartet, dass die Speicherpreise bis Ende 2026 um 130 Prozent steigen. Die Konsequenz: Smartphones könnten im Schnitt 13 Prozent teurer als 2025 werden.
Dahinter steckt die KI-Welle. HBM-Speicher für KI-Chips ist so gefragt, dass die Kapazitäten knapp werden. Microsoft, NVIDIA Google, Meta, Amazon, sie alle konkurrieren um dieselben Produktionslinien bei Samsung Electronics, SK Hynix und Micron Technology.
Die Kapazitäten, die für HBM-Stacks in Nvidia-GPUs verwendet werden, steht momentan nicht mehr für LPDDR5X-Module in Smartphones zur Verfügung. Ein Besserung der Situation ist noch nicht in Sicht, wird aber frühestens in 2027 erwartet.
Düstere Prognose für 2026
Für 2026 als gesamtes Jahr sehen die Analysten von TrendForce einen starken Einbruch. Die Analysten rechnen mit einem Rückgang auf 1,051 Milliarden produzierte Smartphones weltweit, 16,2 Prozent weniger als im Vorjahr.
Samsung Electronics hat in dieser Situation einen strukturellen Vorteil. Das Unternehmen produziert Displays, Speicherchips und andere Komponenten selbst. Das heißt: Geringere Abhängigkeit von externen Zulieferern und bessere Kostenstrukturen. In einer Krise wie dieser ist das ein großer Vorteil, den andere Hersteller nicht haben.
Die Galaxy A-Serie trägt natürlich stark dazu bei. Fünf A-Modelle schafften es im ersten Quartal in die weltweite Top-Liste der meistverkauften Smartphones.
Während die Konkurrenten weniger produzieren, zeigt Samsung, was finanzielle Robustheit und ein diversifiziertes Portfolio wert sind und gibt sich damit krisensicher.










