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Samsung gründet Robotik-Sparte: RX Business Office berichtet direkt an den CEO

Lange war Robotik bei Samsung ein Randthema. Das hat sich jetzt geändert. Mit dem neuen Robotics eXperience (RX) Business Office bekommt der Bereich erstmals eine eigene Heimat im Konzern und eine Berichtslinie direkt zu CEO TM Roh.

Die Forschung an der Kerntechnologie und die Kommerzialisierung laufen künftig unter einem Dach zusammen. Samsung behandelt Robotik ab sofort also wie ein Hauptgeschäft, das massiv ausgebaut werden soll.

Warum die Berichterstattung an den CEO wichtig ist

CEO-direkte Berichtslinien sind bei Samsung selten. Wer sie bekommt, erhält damit auch kürzere Entscheidungswege und direkten Zugriff auf Konzernressourcen und das in einem Bereich, wo Geschwindigkeit über Marktposition entscheidet.

Etwas Hintergerund macht die Entscheidung noch verständlicher: Samsung steht zunehmend unter Druck. Smartphones, TVs und Hausgeräte verlieren langsam aber sicher an Boden gegen chinesische Anbieter, die konsequent auf die Preise drücken. Samsung braucht ein neues Wachstumsfeld und Robotik ist offenbar die Antwort, auf die man im Konzern gesetzt hat.

Der Markt hat sehr schnell auf die Ankündigung reagiert, noch bevor Analysten ihre Einschätzungen veröffentlicht hatten. 6,76 Prozent Plus für die Samsung-Aktie, der Kospi legte zum gleichen Zeitpunkt rund 4 Prozent zu.

Infrastruktur und Personal: Was hinter der Ankündigung steckt

Wen man etwas genauer hinschaut, sieht man kein spontanes Neu-Projekt, sondern etwas, das bereits länger geplant war. Hauptstandort wird der R&D Campus in Seoul.

Daneben entsteht eine Datenfabrik in Gumi, wo Roboter direkt auf Produktionsdaten aus Fertigungsanlagen im Wert von über 33 Milliarden Dollar trainieren. Nicht etwa im Labor, sondern unter echten Industriebedingungen. Ergänzt wird das durch neue Forschungsstandorte in den USA, China und Japan.

Die Personalentscheidung verdient einen eigenen Absatz. Lee Dong-kun, der das neue Samsung-Robotik-Strategieteam leitet, hat die Robotik-Strategie der Hyundai Motor Group verantwortet und war in die operative Ausrichtung von Boston Dynamics eingebunden. Jemanden mit genau diesem Hintergrund zu holen, sagt viel darüber aus, wo Samsung in drei bis fünf Jahren stehen will: Bei skalierbaren Produkten, die man letztendlich auf den Markt bringen kann.

Bild: Samsung Electronics auf der CES 2020

Rainbow Robotics als Fundament

Die Basis für den Robotik Geschäftsbereich ist bereits gelegt. 2023 stieg Samsung mit 14,7 Prozent bei Rainbow Robotics ein, erhöhte anschließend auf 35 Prozent und machte das KAIST-Spin-off zur Tochtergesellschaft. Bekannt wurde Rainbow Robotics durch Hubo, den zweibeinigen Roboter, der 2015 die DARPA Robotics Challenge gewonnen hat. Das ist die Forschungsgrundlage, auf der Samsung jetzt aufbaut.

Der Markt, in den Samsung einsteigt, ist alles andere als eine kleine Nische. Laut Prognosen wächst der Markt für Robotik von 90,2 Milliarden Dollar (2024) auf 205,5 Milliarden Dollar bis 2030. Gleichzeitig kontrollieren chinesische Hersteller bei humanoiden Robotern bereits rund 90 Prozent des Marktes. Der Einstieg von Samsung kommt später als bei manchen Wettbewerbern, aber mit mehr industrieller Substanz dahinter.

Was das für die Zukunft bedeutet

Wie die ersten Produkte aussehen werden und wann sie auf den Markt kommen, kann man aktuell noch nicht wirklich vorhersagen. Aber der Plan dahinter ist bereits gesetzt: Eigene Chips, Galaxy-Hardware und KI-Software zu einem Robotik-Ökosystem verbinden, das nicht nur in Fabriken, sondern langfristig auch in der Logistik und im Haushalt funktionieren soll.

Ob Samsung Electronics hier wirklich erfolgreich wird, werden die ersten kommerziellen Produkte zeigen. Wir behalten die neue RX-Sparte für euch im Blick.

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