Samsung hat die Zahlen für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht und diese sind erneut rekordverdächtig. Der Betriebsgewinn kletterte im Jahresvergleich um rund 1900% auf KRW 89,5 Billionen, das entspricht etwa 60 Milliarden Euro. Beim Umsatz sieht es ähnlich aus: Plus 130% auf KRW 171,5 Billionen.
Beide Werte sind neue Allzeitrekorde für ein einzelnes Quartal. Samsung hat damit NVIDIA und Apple überholt und den höchsten Quartalsgewinn eingefahren, den je ein Technologieunternehmen in seiner Geschichte gemeldet hat. Das alles dank dem anhaltenden KI-Boom und der unersättlichen Nachfrage an Speicherchips.
KI-Speicher als Gewinnmotor
Wer sich fragt, woher das Geld kommt: Fast ausschließlich aus der Halbleitersparte. Die Device Solutions Division erzielte KRW 127,5 Billionen Umsatz und KRW 89,2 Billionen Betriebsgewinn. Ein einziges Segment trägt damit fast den gesamten Konzern.
Dahinter steckt der anhaltende Bedarf aus KI-Rechenzentren, die immer mehr Speicherchips benötigen. Bis zu 70% aller Speicherchips weltweit fließen 2026 direkt in KI-Infrastruktur. Ein einzelner KI-Server braucht dabei 10 bis 20 Mal mehr Speicher als ein klassischer Server
Samsung hat sich frühzeitig in die beste Position gebracht. Als erster Anbieter der Branche lieferte das Unternehmen HBM4E-Muster an Schlüsselkunden aus, die Massenproduktion von HBM4 lief bereits im Februar an. Für 2026 als Ganzes wird erwartet, dass sich die HBM-Verkäufe gegenüber 2025 mehr als verdreifachen. Verbindliche Mehrjahresverträge mit den fünf größten Rechenzentrumskunden dürften dafür sorgen, dass diese Zahlen nicht nur Prognose bleiben.

Die Kehrseite: Erste Verluste für die Smartphone-Sparte
Aber nicht alle Sparten profitieren gleichmäßig. Die Mobilsparte MX meldete für Q2 2026 ihren ersten Betriebsverlust überhaupt: KRW 0,7 Billionen. Das ist selbst für krisenerprobte Zeiten ungewöhnlich, denn selbst während der Galaxy Note 7-Krise blieb die Sparte deutlich im Plus.
Die Ursache ist dieselbe, die anderswo die Gewinne treibt. Laut Counterpoint Research sind die RAM-Kosten in einem Premium-Smartphone von 13% auf 23% der Materialkosten gestiegen – und das in einem Zeitraum von nur 6 Monaten (Q4 2025 – Q2 2026). Samsung priorisiert aktuell die KI-Rechenzentren, weil die Margen dort deutlich höher liegen. Doch die eigene Galaxy-Linie zahlt dafür gerade den Preis.
Smartphones werden unausweichlich teurer
Analysten sind sich mittlerweile sicher, dass es sich im Bereich DRAM- und NAND-Speicher nicht mehr um einen vorübergehenden Engpass handelt. Der Trend könnte noch einige Zeit anhalten und auch danach dürfte niemand ernsthaft eine Rückkehr zu dem früheren Preislevel vor der Speicherkrise erwarten.
Für dein nächstes Galaxy-Smartphone heißt das leider: Die Speicherkosten bleiben erhöht und das wird sich im Preis oder in den Speicheroptionen zeigen. Der Rekordgewinn und das teurere Smartphone haben dieselbe Wurzel und für den Smartphone-Käufer ist es am Ende gewiss keine gute Nachricht.











