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Samsung Q2 2026: Weiterer Rekord-Gewinn durch KI-Boom

Samsung Electronics hat seine vorläufigen Zahlen für Q2 2026 veröffentlicht und ehrlich gesagt hat wohl kaum jemand mit dieser Größenordnung gerechnet. Der Betriebsgewinn liegt bei 89,4 Billionen Won. Das ist ein Plus von 1.810 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Um das etwas zu veranschaulichen: Samsung hat in drei Monaten fast das Neunzehnfache dessen verdient, was ein Jahr zuvor in denselben drei Monaten erwirtschaftet wurde.

Der konsolidierte Umsatz liegt bei circa 171 Billionen Won, was einem Jahreswachstum von 129 Prozent entspricht. Damit bricht Samsung auch den eigenen Rekord aus Q1 2026. Hier waren es 57,23 Billionen Won Gewinn und damit der letzte Rekord, der nun erneut getoppt wurde.

Wir nutzen diesen Artikel, um etwas tiefer in die Ursachen für diese rasante Entwicklung von Samsungs Gewinn einzutauchen. Wenn du dich für weitere detaillierte Artikel interessierst, lohnt sich übrigens ein Blick in unsere Rubrik der Einblicke aka Insights.

HBM4 und DRAM-Preise treiben das Wachstum

Doch welcher Bereich treibt das an? Jeder, der sich in der letzten Zeit etwas mit Samsung beschäftigt hat, weiß: Es ist unter anderem auch das Halbleitergeschäft. Im Februar 2026 startete Samsung die Massenproduktion von HBM4 und war damit das erste Unternehmen weltweit, das die neue Generation von High Bandwidth Memory tatsächlich auslieferte.

Dazu kommen natürlich und eigentlich an erster Stelle die DRAM-Preise, die sich in kurzer Zeit mehr als verfünffacht haben: Von 0,43 Dollar pro Gigabit auf 2,39 Dollar innerhalb von sechs Monaten. Die Preise für DRAM legten im ersten Quartal 2026 um 90 bis 95 Prozent zu. Bei NAND Flash sind es zwischen 55 bis 60 Prozent.

Unterschied zu früheren Engpässen bei Chips

Viele sehen jetzt wahrscheinlich Parallelen zu 2021 und der COVID-Chipkrise. Das ist aber ein bisschen zu einfach. Damals kamen die Engpässe von der Angebotsseite her: Geschlossene Fabriken, blockierte Häfen, unterbrochene Lieferketten. Das waren also alles Probleme, die sich auflösten, sobald die Logistik wieder funktionierte.

Momentan sieht das anders aus. Die Knappheit ist nachfragegetrieben: KI-Infrastruktur zieht Waferkapazitäten ab, die sonst in konventionelles DRAM und NAND geflossen wären. Allein eine NVIDIA B300 GPU braucht acht HBM-Chips mit je 12 DRAM-Dies und davon werden gerade weltweit Millionen Stück verbaut.

Das ist nämlich der Unterschied: Angebotsprobleme lösen sich, wenn Produktion und Logistik wieder anlaufen. Nachfrageprobleme bleiben so lange bestehen, wie die Nachfragequelle selbst wächst und die KI-Investitionen zeigen bisher keinerlei Anzeichen einer Abschwächung.

Foundry-Geschäft erreicht Wendepunkt

Ein Detail, das in der Berichterstattung meist untergeht: Im Juni 2026 schrieb Samsungs Foundry-Segment erstmals seit 2023 wieder schwarze Zahlen. Das ist für das Unternehmen natürlich ein wichtiger Moment, nachdem die letzten Jahre eher schwierig waren. Die Wende kam durch eine Kombination aus mehr HBM4-Base-Die-Produktion, höherer 4nm-Auslastung und besseren Fertigungsausbeuten (Yield-Raten).

Corner of a glass office tower with large white SAMSUNG logos on two sides seeing the building at an angle.
Bild: Bild: Yurii Beresh

Drittes Rekordquartal für Samsung in Folge

Q2 2026 ist damit das dritte Rekordquartal in Folge. An dieser Stelle muss man betonen, dass die Knappheit an Speicher, von der Samsung derzeit so stark profitiert, nicht nur Hochleistungs-KI-Chips betrifft, sondern den gesamten Speichermarkt quer durch alle Segmente.

Steigende Preise, knappes Angebot und das gleichzeitig bei DRAM, NAND Flash und High Bandwidth Memory: Das macht diese unfassbar guten Zahlen für Samsung überhaupt erst möglich.

Samsung rechnet damit, seine HBM-Verkäufe 2026 gegenüber 2025 mehr als zu verdreifachen. Das Unternehmen hatte bereits im 1. Quartal die ersten Verkäufe von HBM4 branchenweit gestartet und profitiert jetzt direkt von diesem Vorsprung.

Auswirkungen auf die Endkunden

Was bedeutet das jetzt für die Endkunden? Die Speicherknappheit fängt langsam aber sicher an, sich in den Gerätepreisen niederzuschlagen. Die folgende Zahl betrifft jetzt zwar keine Smartphones, verdeutlicht aber die generelle Situation recht gut: Laut HP stellt Speicher mittlerweile 35 Prozent der Materialkosten eines PCs dar. Ein ähnliches Bild zeichnet sich dementsprechend auch für Smartphones und Tablets ab.

Hervorzuheben ist auch die interne Spannung bei Samsung selbst: Das Halbleitergeschäft boomt und die Smartphone-Sparte hat das Problem, dass steigende DRAM- und NAND-Preise ihre eigenen Produktionskosten in die Höhe treiben.

Die Speicher-Situation beruhigt sich wohl erst ab 2027

Neue Produktionskapazitäten kommen voraussichtlich frühestens erst 2027 bis 2028 in größerem Umfang auf den Weg. TrendForce erwartet für Q3 2026 weitere Preissteigerungen: DRAM-Vertragspreise soll 13 bis 18 Prozent ansteigen, NAND Flash zwischen 10 und 15 Prozent.

Das ist eine Verlangsamung gegenüber den rund 60-prozentigen Sprüngen aus Q2, aber leider noch kein richtiger Kurswechsel. Fest steht aber auch: Das Blatt wird sich wieder wenden und Speicher wird wieder günstiger werden. Das dürfte aber noch etwas dauern.

Am 30. Juli 2026 folgen die detaillierten Quartalszahlen. Dann werden wir sehen, wie Samsung die internen Spannungen zwischen Halbleiter-Boom und Kostendruck bei Smartphones einordnet und welche Richtung das Unternehmen für den Rest des Jahres angibt.

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