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Samsung RX: Neue Robotik-Division entwickelt eigene humanoide Roboter

Samsung baut jetzt selbst humanoide Roboter. Zumindest könnte so die Zukunft aussehen. Laut einem aktuellen Bericht von TrendForce startet Samsung nun die Entwicklung von eigenen Robotern und will sich so zunehmend stark in diesem neuen geschäftsfeld aufstellen.

Erst am 21. Juli 2026 gründete der Konzern das Robotics eXperience (RX) Business Office, eine komplett neue Einheit, die direkt dem CEO untersteht. Damit ist schon mal klar, wie hier die Prioritäten gesetzt sind.

Begleitet wird der Schritt von einer Investition in Höhe von 19 Billionen Won (rund 13 Milliarden US-Dollar) für Produktionsanlagen im koreanischen Gumi, wie Dataconomy berichtet. Die Produktion der ersten Einheiten könnte sogar noch in diesem Jahr starten.

Eigenentwicklung neben der Rainbow-Robotics-Beteiligung

Dieses interne Programm läuft separat von Samsungs bestehender Beteiligung an Rainbow Robotics. Dort hält Samsung inzwischen 35 Prozent und ist damit größter Anteilseigner. 2023 lag der Anteil noch bei 14,7 Prozent, für die Aufstockung flossen über 180 Millionen US-Dollar. Samsung hält sich damit mehrere Optionen offen.

Nach unseren Recherchen liegt der Schwerpunkt der Eigenentwicklung auf proprietären Aktuatoren. Das sind die Antriebsgelenke, die einem Roboter überhaupt erst Beweglichkeit und Kontrolle geben. Als Basis dienen Motortechnologien aus Samsungs eigener Hausgerätesparte.

Relevant ist das auch finanziell: Aktuatoren machen rund 50 Prozent des Materialwerts eines humanoiden Roboters aus, verteilt auf bis zu 30 Antriebsgelenke pro Gerät.

Bild: Samsung

Die Technik dahinter: Shallow-π und ein Boston-Dynamics-Stratege

Auf der Softwareseite hat Samsung Research bereits vorgearbeitet. Mit Shallow-π existiert ein eigenes Vision-Language-Action-Modell für humanoide Roboter, das bis zu 17 Entscheidungen pro Sekunde treffen kann. In ersten Feldtests lag die Erfolgsquote bei starken 95 Prozent, selbst bei Präzisionsaufgaben im Submillimeter-Bereich. In einer Testsequenz koordinierte das System 22 Freiheitsgrade über zwei Roboterarme in 40 Millisekunden.

Auch personell hat Samsung ein Zeichen in Richtung Robotik gesetzt. Im Mai 2026 wechselte Lee Dongkun als Executive Vice President und Leiter der neuen RX-Sparte in den Konzern. Zuvor leitete er die Robotik-Strategie bei Hyundai, wo er unter anderem für die Weiterentwicklung des elektrischen Atlas von Boston Dynamics verantwortlich war.

Tests in den eigenen Fabriken, dann der Markt

Zunächst sollen die Roboter in Samsungs eigene Produktionslinien zum Einsatz kommen: Für Halbleiter, Smartphones und Haushaltsgeräte. Wenn Samsung seine Roboter zuerst in den eigenen Fabriken laufen lässt, können dort vor einem Marktstart wichtige Trainingsdaten zur Optimierung gesammelt werden.

Auf lange Sicht sehen wir für Samsung zwei Wege in der Robotik. Entweder bringt der Konzern eigene Roboter unter der bekannten Marke auf den Markt oder positioniert sich als Komponentenlieferant zum Beispiel für Aktuatoren, die andere Hersteller brauchen. Selbstverständlich wäre auch beides möglich. So macht es Samsung auch bei den Smartphones: Es werden eigene Geräte gebaut, aber auch Komponenten an andere Hersteller geleifert.

Der Zeitpunkt passt auf jeden Fall: Laut IDTechEx dürfte der Markt für humanoide Roboter bis Anfang der 2030er Jahre rund 25 Milliarden US-Dollar erreichen, mit 1,8 Millionen ausgelieferten Einheiten pro Jahr bis 2036. Wir behalten die RX-Division für dich im Blick.

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