Achtzig Prozent. Das ist eine sehr wichtige und aussagekräftige Prozentzahl. Die Ausbeute bei den HBM4-Speicherchips von Samsung hat jetzt laut koreanischen Medien genau diesen Wert erreicht. In der Fertigung gilt er als goldene Ausbeute (Yield-Rate): Der Punkt, ab dem aus einem schwierigen Produktionsprozess ein skalierbares, profitables Geschäft wird.
Im Februar 2026, als Samsung die Massenproduktion von HBM4 gestartet hat, stand der Wert noch unter 60 Prozent. Sechs Monate später liegt er nun bei 80 Prozent und lässt Samsung damit in einem sehr guten Licht dastehen. Die 80-Prozent-Schwelle ist dabei die wertvolle Zahl, ab der Investoren und Kunden aufhorchen.
Samsung hat den Produktionsprozess im Griff
Doch wie hat Samsung das so schnell hinbekommen? Ganz klar durch die Kontrolle über den gesamten Produktionsprozess. Speicher, Foundry und Packaging laufen nicht getrennt, sondern als verbundenes System. Wenn ein Problem auftaucht, kann die Lösung bei Samsung zügig intern gefunden und muss dementsprechend nicht erst mit externen Partnern/Liefernaten koordiniert werden.
Genau das ist der große Vorteil, den Wettbewerber nur schwer kopieren können. Den integrierten Systemansatz hat Samsung schon länger gefahren, jetzt zeigt er gute Ergebnisse.

Samsung HBM: Vom gescheiterten Test zum Spitzenreiter
Ein kurzer Rückblick, um zu verstehen, was in der Vergangenheit passiert ist. Noch im April 2024 sind Samsungs HBM3- und HBM3E-Chips durch Nvidias Qualitätstests gefallen. Nicht nur knapp, sondern wegen grundlegender Probleme: Die Chips liefen zu heiß und zogen zu viel Strom. Das war ein großer Rückschlag für Samsungs HBM-Geschäft.
Laut Nvidia hat Samsung in den wichtigsten Leistungsdaten die stärksten Gesamtergebnisse unter allen Speicheranbietern erzielt. Samsungs HBM4 wurde im Juni 2026 offiziell von NVIDIA zertifiziert und gilt somit als zugelassen.
Samsung rechnet damit, den HBM4-Umsatz im dritten Quartal mehr als zu verdreifachen. Erst im zweiten Quartal 2026 war HMBM-Speicher einer der Haupttreiber für Samsungs letzten Rekordgewinn.
Kurzer Blick auf den Markt
Den Markt teilen weiterhin nur drei Unternehmen unter sich auf: Samsung, SK Hynix und Micron. SK Hynix führt dabei noch deutlich (Q3/2025), Samsung hat nach schwachen Quartalen aber wieder Boden gutgemacht.
Gleichzeitig ist das Marktumfeld gerade extrem angespannt. Große OEM-Kunden bekamen im März 2026 nur 50 bis 66 Prozent der bestellten Speichermengen geliefert. SK Hynix-Chef Chey Tae-won hat offen vor einer großen Versorgungsknappheit bis 2030 gewarnt. Die Nachfrage aus dem KI-Bereich wächst also weiterhin schneller als die Produktionskapazitäten der drei Big-Player.
Samsung arbeitet währenddessen schon am nächsten HBM-Chip. Die nächste Generation HBM4E hat bereits die 70-Prozent-Ausbeute überschritten, der geplante Marktstart liegt in der ersten Jahreshälfte 2027. Zeitgleich werden die Kapazitäten in den Werken in Hwaseong und Pyeongtaek hochgefahren, um die Bestellungen von Nvidia, AMD und weiteren KI-Kunden überhaupt erfüllen zu können.
Für potenzielle Kunden, die Samsung seit den HBM3-Problemen eher skeptisch beobachtet haben, sind die 80-Prozent-Ausbeute ein wichtiges Signal. Diese Yield-Rate zeigt, dass Samsung die Fertigungsreife erreicht hat, die es braucht, um im KI-Speichermarkt wieder als absoluter Top-Lieferant aufzutreten. Wie schnell sich das im Marktanteil zeigt, werden wir in den kommenden Monaten sehen.











