Normalerweise baut Samsung in seine Flaggschiffe der S-Serie ausschließlich eigene Komponenten ein. Beim Galaxy S27 und S27+ könnte sich das ändern, zumindest beim Display-Treiber-IC. Der Konzern prüft gerade, ob externe Hersteller diese Chips liefern könnten. Wenn es wirklich dazu kommt, wäre das ein echtes Novum für die S-Serie, das nicht jedem wirklich gut schmecken dürfte.
Laut aktuellen Berichten stehen bereits konkrete Anbieter im Raum. Und zwar die südkoreanischen Unternehmen Anapass, DB Global Chip und Wonik D2I, dazu der taiwanesische Hersteller Novatek. Ganz wichtig hierbei zu erwähnen ist, dass Galaxy S27 Pro und S27 Ultra davon nicht betroffen wären. Diese Geräte sollen weiterhin Treiber aus Samsungs System LSI-Division bekommen.
Kostendruck zwingt Samsung zum Handeln
Wer sich fragt, warum Samsung ausgerechnet jetzt über externe Zulieferer nachdenkt: Der Preisdruck bei Halbleitern ist nach wie vor extrem. DRAM-Preise haben im ersten Quartal 2026 um 80 bis 90 Prozent angezogen. Dahinter steckt der KI-Boom, der die Kapazitäten auffrisst, auf Kosten von Standard-DRAM, der für Smartphones benötigt wird.
Samsung muss also zusehen, wie diese erhöhten Kosten ausbalanciert werden können. Der Griff auf günstigere Komponenten anderer Hersteller liegt daher leider ziemlich nahe. Für das Basis S27 und das S27 Plus wäre das trotzdem eher ein Rückschritt. Die Gute Nachricht: Die Panels selbst werden nach einem geplatzten Deal mit BOE weiterhin von Samsung Display kommen.

Was Display-Treiber-ICs machen
Für alle, die mit dem Begriff nichts anfangen können: Ein Display-Treiber-IC ist der Chip, der dem OLED-Panel sozusagen vorgibt, was es anzeigen soll. Er sitzt zwischen Prozessor und Bildschirm und entscheidet, welche Pixel wann leuchten bzw. angesteuert werden. Ohne ihn bleibt das Display schwarz.
Bisher war das klar geregelt: Samsungs System LSI-Division hat diese Chips für alle Galaxy S- und Z-Modelle geliefert. Da gab es keine Ausnahmen und dementsprechend auch keine externen Zulieferer. Beim Galaxy S24 FE wurden jedoch in der Vergnügtheit Display-Treiber-ICs von Anapass verbaut. Muss man jetzt selbst entscheiden, ob das S24 FE zu den Flaggschiffen gehört…. für mich ist es eher starke Mittelklasse.
Anapass als wahrscheinlicher Kandidat
Schaut man sich die Kandidatenliste an, sticht Anapass heraus. Das Unternehmen hat, wie schon kurz angedeutet, bereits für das Galaxy S24 FE geliefert und ist auch schon bei einigen Galaxy A-Modellen als Zulieferer aktiv. Anapass kennt Samsungs Qualitätsanforderungen also bereits aus der Praxis.
Noch keine finale Entscheidung
Entschieden ist zum Glück noch nichts. Samsung testet die Anbieter derzeit auf Herz und Nieren. Qualität, Performance und Zuverlässigkeit müssen stimmen. Die finale Entscheidung dürfte fallen, sobald die Produktion der S27-Serie an Fahrt aufnimmt,. Also irgendwann in den nächsten Monaten.
Dass Samsung hier überhaupt in Bewegung gerät, sagt viel. Der KI-Hype macht sich immer mehr, auch negativ, bemerkbar. Er verändert gerade still und leise, wie Smartphones kalkuliert und gebaut werden. Und selbst ein riesiger Konzern wie Samsung kommt dabei nicht drumherum, seine Lieferkette neu zu denken.











