Samsung hat Apple im ersten Quartal 2026 vom europäischen Smartphone-Thron gestoßen. 12,6 Millionen ausgelieferte Galaxy-Geräte bedeuten einen Marktanteil von 38 Prozent. Die Spitzenposition, die Apple monatelang innehatte, ist damit Geschichte. Die folgenden Zahlen stammen vom Marktforschungsunternehmens Omdia.
Apple landet auf Platz zwei, allerdings mit respektablen 8,8 Millionen verkauften iPhones und 26 Prozent Marktanteil. Der europäische Smartphone-Markt wuchs im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2 Prozent. Samsung hat dieses Wachstum für sich genutzt und jetzt seinen Vorsprung ausgebaut.
Übrigens: Samsung ist aktuell nicht nur in Europa Marktführer, sondern dominiert den Smartphone-Markt momentan weltweit.
Erfolg ohne die wichtigsten Modelle
Was Samsungs Erfolg bemerkenswert macht: Die wichtigsten Modelle fehlten größtenteils. Galaxy S26, Galaxy A37 und Galaxy A57 kamen dieses Jahr später auf den Markt, als üblich. Nämlich erst Mitte März bei der S26-Serie und April für A37 und A57. Samsung legte trotzdem um 3 Prozent gegenüber Q1 2025 zu.
Der Schlüssel dazu war laut Omdia das Galaxy A16 4G. Das günstige Modell wurde durch Rabattaktionen zum Verkaufsschlager und glich die schwächere Performance im Premium-Segment aus. Das zeigt: Man braucht nicht nur starke Flaggschiffe, sondern ein Portfolio, das in allen Preisklassen funktioniert. Samsung hat das schon immer ernst genommen und profitiert nun davon.
Xiaomi verliert, HONOR gewinnt massiv
Hinter den beiden Großen ändert sich einiges. Xiaomi hält Platz drei mit 14 Prozent Marktanteil, hat aber 15 Prozent im Jahresvergleich verloren. Motorola (Platz vier) wuchs um 17 Prozent, OPPO (Platz fünf) um 9 Prozent.
HONOR liefert die größte Überraschung: Plus 60 Prozent im Jahresvergleich. Der chinesische Hersteller setzt laut Omdia auf günstigere Preissegmente und erreicht damit Käufer, die sonst zu Samsung oder Xiaomi greifen würden. Das funktioniert und könnte die Rangfolge in Europa mittelfristig neu ordnen.

Regionale Unterschiede sind massiv
Die Omdia-Daten zeigen starke regionale Unterschiede. Motorola wuchs besonders in Spanien und Portugal, OPPO punktete vor allem in Frankreich, Rumänien und Polen. Xiaomi war unter anderem in Deutschland sehr stark.
Apple erreichte 9 Prozent Wachstum, obwohl das Unternehmen weniger Rabatte bot als in den Vorjahren. Die Premium-Nachfrage ist stabil. Trotzdem: Die starke Position aus dem Weihnachtsquartal ließ sich nicht ins neue Jahr übertragen. Der Wettbewerb in Europa wird härter.
Ausblick auf die kommenden Monate
Samsungs Q1-Erfolg zeigt, dass klassische Launch-Zyklen weniger wichtig werden. Entscheidender ist ein breites Portfolio über alle Preisklassen und die Fähigkeit, mit Rabattaktionen zum richtigen Zeitpunkt zu reagieren.
Interessant wird, wie Samsung die S26- und A-Serie-Launches in den nächsten Monaten umsetzt. Und ob HONOR sein 60-Prozent-Wachstum halten kann. Der europäische Smartphone-Markt ist in Bewegung. Die etablierten Positionen sind nicht mehr so sicher wie früher.










