Samsung hat aktuell intensiv den Automotive-Halbleitermarkt auf dem Schirm. Der südkoreanische Tech-Konzern führt gerade intensive Gespräche mit BYD und weiteren chinesischen Automobilherstellern über die Fertigung von Chips für autonomes Fahren. Das zumindest geht aus aktuellen Berichten aus Südkorea hervor.
Die geplante Produktion basiert auf Samsungs 2nm- und 4nm-Prozessen. Eine Technologie, die aktuell kein chinesischer Hersteller für BYD liefern kann.
Neu ist das Automotive-Geschäft für Samsung nicht. Die Verhandlungen folgen auf einen mehrjährigen Vertrag mit Tesla, der bereits unter Dach und Fach ist. Für den chinesischen E-Auto-Hersteller Nio produziert Samsung bereits 5nm-Chips. Mit eigenen Automotive-Chips wie Exynos Auto hat sich das Unternehmen bereits einiges an Expertise aufgebaut.
Warum Samsung jetzt gefragt ist
Der Knackpunkt liegt in der Fertigungstechnologie. SMIC, Chinas größte Foundry, kommt aktuell auf maximal 7nm. Samsung bietet mit 4nm-Prozessen und 2nm-Gate-All-Around-Technologie (GAA) einen Vorsprung, den chinesische Automobilhersteller vermehrt brauchen.
Dazu kommt das Kapazitätsproblem. SMIC produzierte 2025 rund 20.000 Wafer pro Monat im 7nm-Bereich. Davon gehen bereits 15.000 Wafer an Huawei. Für chinesische Automobilhersteller bleiben also kaum Optionen im Inland, wenn sie fortschrittliche Chips in größeren Stückzahlen brauchen.
BYD braucht externe Hilfe
Letzte Woche hat BYD den Xuanji A3 vorgestellt, laut eigener Aussage Chinas ersten 4nm-Chip für autonomes Fahren. Der Chip unterstützt L3 und L4 mit über 2.100 TOPS Rechenleistung im Drei-Chip-Cluster. Die Zahlen sind auf jeden Fall stark.
Das Problem: BYD entwickelt den Chip intern, kann ihn aber nicht selbst in 4nm fertigen. Dafür braucht es eine externe Foundry. Samsung würde sich hier sicherlich sehr gut einfügen können.

Samsung hat mit Tesla schon vorgelegt
Samsung hat bereits einen 16,5-Milliarden-Dollar-Deal mit Tesla abgeschlossen. Das Unternehmen produziert Next-Gen-Self-Driving-Chips für den E-Auto-Hersteller. Teslas AI5-Chip nutzt 3nm-Prozesse, die Tests laufen bereits auf Samsungs SF2T 2nm-Level-Node.
Diese Kompetenz im Automotive-Highend-Segment macht Samsung zur hervorragenden Alternative für BYD und andere führende Hersteller. Besonders für die, die nicht auf technologisch unterlegene oder bereits ausgelastete chinesische Foundries setzen wollen.
China: Samsung hat mehr als nur Autos im Blick
Die Foundry-Strategie geht in China aber weit über Automobile hinaus. Alibaba, Tencent, ByteDance und Baidu entwickeln eigene KI-Halbleiter. Sie stehen vor denselben Herausforderung wie BYD: Es braucht fortschrittliche Fertigungstechnologie, die sie in China (momentan) nicht bekommen.
Für Samsung wird das natürlich immer interessanter. Die Foundry-Sparte kämpft seit Jahren mit Verlusten. Die wachsende Kundenbasis im chinesischen Markt, von Automobilherstellern bis Tech-Giganten, könnte die Sparte relativ kurzfristig profitabel machen.










