Samsung Electronics hat ChatGPT Enterprise und Codex von OpenAI unternehmensweit ausgerollt. Was das besonders macht: Es handelt sich um eine der größten Enterprise-Implementierungen, die OpenAI bisher auf die Beine gestellt hat. Alle Mitarbeiter in Südkorea plus die komplette globale Device eXperience (DX) Division haben ab sofort Zugriff auf die KI-Tools.
Unter DX laufen zum Beispiel Smartphones und Unterhaltungselektronik, also Produktbereiche, in denen Samsung Marktführer ist. Interessant ist, dass Samsung die KI-Integration nicht auf einzelne Teams beschränkt, sondern als zentrale Infrastruktur für die gesamte Arbeitsumgebung aufzieht.
Von Softwareentwicklung bis Marketing
Die Einsatzbereiche sind breit gefächert: Entwickler nutzen Codex zum Schreiben und Debuggen von Code, Produktmanager für Ideengenerierung, Produktforschung und Marketingstrategien. Die Bandbreite der Anwendungsfälle zeigt, dass Samsung hier nicht nur technische, sondern auch nicht-technische Arbeitsprozesse gleichermaßen mit der neuen Lösung ausrüstet.
Bis Ende 2026 soll die gesamte globale Belegschaft geschult sein. In Korea läuft das Training schon mit messbarem Erfolg: Codex verzeichnet seit Februar 2026 ein Wachstum von 800% bei den wöchentlich aktiven Nutzern in Korea.
Datenschutz als Grundvoraussetzung
Der Hintergrund: 2023 hatte Samsung ChatGPT komplett gesperrt. Grund war ein Datenleck, bei dem sensible Quelltexte über einen externen Service nach außen gelangt waren. Besonders die Device Solutions Division, wo an Hardware-Designs gearbeitet wird, darf externe KI-Tools bis heute nur eingeschränkt nutzen.
Für den aktuellen Rollout hat Samsung deshalb ein mehrstufiges Sicherheitskonzept entwickelt. Mitarbeiter bekommen erst nach erfolgreicher Teilnahme an internen Schulungen Zugang zu ChatGPT und Codex. Dazu kommen strikte Regeln, die festlegen, welche Daten in die Tools fließen dürfen und welche nicht. Das könnte zum Blaupause werden, wie andere Konzerne KI-Sicherheit organisieren.

Samsung & Open AI: Partnerschaft wird erweitert
OpenAI und Samsung pflegen durch die Implementierung von ChatGPT nun eine Beziehung in der beide Kunden und gleichzeitig Lieferanten sind. Samsung beliefert OpenAI mit High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM4), konkret bis zu 800 Millionen Gigabit für OpenAIs eigenen Titan-Prozessor. Ohne diese Speicherchips läuft in OpenAIs Rechenzentren nichts.
Dazu kommt: Samsung SDS darf als erstes koreanisches Unternehmen ChatGPT Enterprise an andere Firmen ausrollen. OpenAI bekommt dadurch einen direkten Fuß in den koreanischen B2B-Markt, ohne eigene Vertriebsstrukturen aufbauen zu müssen.
KI dürfte zunehmend integriert werden
Samsung verlässt ab jetzt im großen Stil die Phase der KI-Experimente und macht generative KI zum Standard-Werkzeug für alle Mitarbeiter. Andere Tech-Konzerne dürften in den kommenden Monaten nachziehen, wobei die Frage nicht mehr ob, sondern wann ist.
Für OpenAI ist das Geschäft mit Unternehmen inzwischen sehr wichtig: Über 40% des Umsatzes kommen aus dem Enterprise-Segment, Tendenz steigend. Bis Ende 2026 könnte der B2B-Bereich gleichauf mit dem Consumer-Geschäft (B2C) liegen.




