Samsung Electronics hat die größte Einzelinvestition in der südkoreanischen Wirtschaftsgeschichte angekündigt: 1,72 Billionen Dollar fließen in den kommenden zehn Jahren in den Aufbau einer KI-Infrastruktur, die wirklich alles abdecken soll. Die Zahl ist schwer zu greifen, selbst für Unternehmen dieser Größenordnung sind das komplett neue Dimensionen.
1,32 Billionen Dollar gehen allein in die Erweiterung der Halbleiterfertigungszentren in Pyeongtaek und Yongin. Dort entstehen komplett neue Produktionslinien für Hochbandbreitenspeicher (HBM). Warum das wichtig ist: Ohne HBM laufen moderne KI-Server schlicht nicht.
HBM4-Massenproduktion läuft bereits
Samsung hat hier schon einen guten Vorsprung: Als erstes Unternehmen weltweit produziert der Konzern HBM4 in Serie. Die Chips schaffen 11,7 GB/s konstant, das liegt 46% über dem, was bisher als Standard galt (8 GB/s). Des Weiteren ist Samsung gerade dabei, den neuen HBM4E-Speicher zu entwickeln.
Bis Ende 2026 soll die Produktionskapazität von aktuell 170.000 Wafer pro Monat auf 250.000 Wafer steigen. Das wären 50% mehr. Samsung und SK Hynix teilen sich derzeit übrigens rund 80% des globalen HBM-Marktes. Samsung wird dabei zunehmend zum immer bedeutenderen Player.
Regionale Spezialisierung schafft KI-Ökosystem
405 Milliarden Dollar sind für regionale Technologie-Ökosysteme reserviert: Chungcheong, Honam, Yeongnam. Samsung setzt dabei auf gezielte regionale Spezialisierung statt alles überall zu bauen.
Honam kriegt Halbleiter- und KI-Rechenzentren. Chungcheong fokussiert sich auf Speicher und Displays. Yeongnam übernimmt Robotik und Elektronik. Zusammen mit SK Hynix fließen insgesamt 519 Milliarden Dollar in einen neuen Halbleiter-Komplex im Südwesten, eine der größten Investitionen in neue Fabriken überhaupt.

Energie-Infrastruktur muss ebenfalls sitzen
Massive Summen gehen auch in die Energieinfrastruktur: Grüner Wasserstoff, Solaranlagen, Kernkraft. KI-Rechenzentren fressen Strom wie kaum etwas anderes und ohne eigene und vor allem passende Energielösungen wird das zum Flaschenhals.
Festkörperbatterien und Batterieenergiespeichersysteme spielen hier eine zentrale Rolle. Samsung will nicht nur leistungsfähige, sondern auch stabile und nachhaltige Energieversorgung, sonst steht die ganze KI-Infrastruktur auf wackeligen Beinen.
Physische KI und Humanoid-Robotik
In Gumi plant Samsung die Fertigung von physischer KI und humanoiden Robotern. Das ziegt, wohin diese Reise in Zukunft vermehrt gehen könnte: Weg von reiner Software-KI, hin zu Systemen, die physisch in der Welt agieren können.
Weitere 43,4 Milliarden Dollar gehen in Display-Technologie. Faltbare OLED-Panels, ultrahochauflösende Mikrodisplays für AR, MR, und VR. Alles also, was immersive Erlebnisse braucht.
Was Samsung Electronics hier aufbaut, ist kein einzelnes Produkt oder eine Produktlinie. Es ist ein komplettes KI-Ökosystem, von der Chipfertigung über Energie bis zu Robotik und Displays. Jede Ebene der Wertschöpfungskette wird abgedeckt und am Ende dürfte ein in sich geschlossenes System entstehen.











