Samsung hat bei seinem HBM4E-Speicher die 70-Prozent-Marke hinsichtlich Zuverlässigkeit in der Testproduktion geknackt. CTO Song Jae-hyuk teilte das bei einem internen Management-Briefing mit. Die Zahl ist relevant, weil sie Samsung im Wettbewerb um KI-Speicher deutlich nach vorne bringt.
80 Prozent gelten in der Halbleiterindustrie als Schwelle zur Massenproduktion und Samsung steht damit kurz vor diesem kritischen Punkt. Dass Samsung solch komplexe Speicherchips bereits jetzt mit dieser Ausbeute zu produzieren zeigt, dass die Fertigungstechnologie fast vollständig ausgereift ist.
HBM4E: Deutlich schneller und verbesserte Effizienz
Der HBM4E läuft stabil mit 14 GB/s Pin-Geschwindigkeit, welche auf bis zu 16 GB/s skalierbar ist. Die Bandbreite beträgt dabei bis zu 4,0 TB/s pro Stack. Zum Vergleich: HBM4 schafft 11,7 GB/s, also über 20 Prozent weniger.
Samsung setzt dabei auf seinen 1c-DRAM-Prozess (6. Generation, 10-Nanometer-Klasse). Die Energieeffizienz steigt um 16 Prozent gegenüber HBM4 und der thermische Widerstand sinkt um 14 Prozent. Beides macht sich später bei den Betriebskosten und der Zuverlässigkeit bemerkbar.
Marktdynamik: Aufholjagd gegen SK Hynix
SK Hynix führt den HBM-Markt mit 57 Prozent an (Q4 2025). Samsung kommt auf 22 Prozent, Micron auf 21 Prozent. Für Nvidias Vera Rubin hatte Samsung als erster HBM4-Lieferant die Produktion bereits im Februar gestartet und zuvor alle nötigen Qualifikationstests bestanden. Die Zeichen stehen also recht gut.
Im Mai 2026 lieferte Samsung die ersten 12-schichtigen HBM4E-Muster an Nvidia. Die HBM4-Massenproduktion war zu diesem Zeitpunkt, wie ebreits kurz erwähnt, erst erst drei Monate zuvor angelaufen. Fallen die Tests bei Nvidia positiv aus, dürfte das den Boden für weitere Geschäfte hinsichtlich dem kommenden HBM4E-Speicher schaffen.

Zeitplan: Vera Rubin als Zielplattform
Nvidias Vera Rubin kommt in der zweiten Jahreshälfte 2026 mit HBM4-Speicher. Die Ultra-Variante folgt voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2027 mit HBM4E.
Der HBM-Markt insgesamt dürfte bis 2028 auf 100 Milliarden Dollar wachsen. 2025 waren es noch circa 35 Milliarden. Das heißt knapp 40 Prozent jährliches Wachstum, alles getrieben durch neue KI-Infrastruktur und Rechenzentren.
Samsung setzt wieder voll auf HBM-Speicher
Für Samsung geht nun so langsam eine schwierige Zeit auf dem Markt für HBM-Speicher zu Ende. Mit HBM3E hatte Samsung massiv Marktanteile verloren, da es Qualitätsprobleme gab. Bei Nvidia rasselte Samsung mit HBM3E durch die Qualifikation, da es wohl primär Hitzeprobleme gegeben hat. Die Konkurrenz hat diesen Fehler gnadenlos ausgenutzt und sich die Aufträge gesichert.
Doch jetzt holt Samsung wieder auf. Die 70-Prozent-Ausbeute bei HBM4E und die schnellen HBM4E-Muster für Nvidia zeigen deutlich, dass man Marktanteile zurückholen möchte, die in den letzten Quartalen an SK Hynix verloren gingen. Ob das am Ende ausreicht, zeigt sich spätestens bei den Lieferverträgen für Rubin Ultra.











